Keyword Recherche – so geht’s!

SEO

Keywords: Alle reden davon, wie wichtig die richtigen Keywords für eine gute Suchmaschinenoptimierung sind, um bei Google gefunden zu werden und um damit organische Reichweite zu erzielen. Aber weisst du als Webseitenbetreiber*in denn wie du für deine Seite die richtigen Keywords findest und diese dort auch gewinnbringend einsetzt?

Falls nicht, dann bist du hier genau richtig. Ich zeige dir Wege, wie du mit einer Keyword Recherche die für dich passenden Keywords findest und wie du herausfindest, welche Inhalte du mit diesen Keywords für deine User erstellen solltest.

Das Vorurteil, dass du für eine Keyword Recherche teure Tools benötigst, für die du viel Geld zahlst und dich dann erst einmal einarbeiten musst, kannst du beiseiteschieben. Du findest deine Keywords durchaus auch mit kostenlosen oder zumindest günstigen Tools. Aber dazu später mehr.

Legen wir erst einmal los und klären ganz ein paar grundsätzliche Begriffe.

Was sind Keywords?

Keywords sind die Suchbegriffe, die wir bei Google eingeben, wenn wir etwas finden wollen. Ein Keyword besteht also häufig nicht nur aus einem Wort, sondern meist aus mehreren Wörtern, Satzteilen oder sogar kompletten Fragesätzen. Denk mal kurz an dein eigenes Suchverhalten, meisten tippst du vermutlich mehr als nur einen Begriff als Suchanfrage ein, oder?
 
Angenommen, du betreibst einen Online-Shop für Bergsportausrüstung und schreibst regelmässig Blogbeiträge zum Thema Bergsport sowie Touren- und Ausrüstungstipps. Wenn du nun einen Artikel zum Thema Bergschuhe für Frauen schreiben möchtest, könnten folgende Keywords interessiert sein:
Keyword Recherche: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung
  • Bergschuhe
  • Bergschuhe Frauen
  • Bergschuhe Frauen Passform
  • Damen Bergschuhe Test 2021
  • Wie müssen Bergschuhe sitzen?

Wie du siehst, kann alles von einem Wort bis zum Fragesatz als Keyword genutzt werden und vorkommen. Aber wie findest du heraus, welche Keywords für deinen Blogbeitrag über Bergschuhe für Frauen tatsächlich relevant sind?

Keyword Recherche mit System.

Warum deine Keyword Recherche so wichtig ist

Einfach einmal darauf los schreiben und am Ende kommt dabei ein Artikel für den Blog heraus, der interessant ist, fachlichen Mehrwert bietet und genau die Informationen enthält, die deine User gerade brauchen? Zufällig hast du auch noch die richtigen Keywords verwendet – ich glaube, wir sind uns einig, dass solche Zufälle wohl nur äusserst selten bis nie passieren und deine Zeit für solchen wertlosen Content doch eigentlich viel zu schade ist.

Bei den Bergschuhen für Frauen würdest du ohne Recherche vielleicht einen Artikel über angesagte Farbtrends im neuen Jahr schreiben, weil du das Thema sehr interessant findest. Aber was, wenn deine User das gar nicht so spannend finden und niemand danach sucht? Dann hast du zwar einen super Artikel zu Farbtrends bei Bergschuhen geschrieben, aber er wird dir nicht helfen, mehr Traffic für deine Webseite zu generieren, da das Thema kaum Relevanz hat.

Mit einer Recherche hättest du vermutlich bereits im Vorfeld herausgefunden, dass deine User starkes Interesse daran haben, wie sie beim Kauf von Bergschuhen die richtige Passform finden. Schreibst du stattdessen darüber, bedienst du ein Bedürfnis deiner Zielgruppe und lieferst genau die Infos, nach denen sie suchen.

Es spricht also vieles dafür, vor der eigentlichen Content Erstellung erst einmal eine umfassenden Keyword Recherche durchzuführen. Damit stellst du sicher, dass Thema, Inhalt und Struktur deines Artikels wirklich dem entsprechen, was deine User lesen wollen. Keywords sind dabei die wichtigste Basis.

Wo findest du Keywords?

Keywords sind somit der Schlüssel zur Google Suche. Du solltest für deinen Content ein Main-Keyword festlegen und 5-6 Supporting Keywords, die in deinem Text oder den Überschriften später vorkommen und seine Relevanz unterstützen. Aber wie gehst du an deine Keyword Recherche heran?

Brainstorming

Sei zu Beginn deiner Keyword Recherche kreativ und lege direkt los. Plane eine kurze Brainstorming Session ein, in der du alle Begriffe, mögliche Fragen und kurze Aussagen notierst, die dir zu deinem Thema in den Sinn kommen. Ganz spontan und ohne zu werten. Da kann eine ganz schön lange Liste zusammenkommen, setze dir deshalb ein Zeitlimit von zum Beispiel 10 – 15 Minuten.

Im Anschluss ordnest du deine Sammlung und bündelst ähnliche Begriffe. Eine gute Möglichkeit, dir eine Übersicht zu deinen Ergebnissen zu schaffen und Begriffe zu bündeln, sind digitale Mindmapping Tools wie MindNode. Damit bringst du Keywords, die zusammen gehören, schnell in Verbindung und erkennst Muster in deinen Ideen.

Zudem kannst du auf ein paar kostenlose Brainstorming-Helfer zurückgreifen, die dir bei deiner Recherche durchaus wertvolle Ideen liefern können:

Google Suggest

Eines der beliebtesten und verbreitetsten Tools bei der Keyword Recherche ist Google selbst. Mit Google Suggest kannst du viele Ideen für Keywords direkt bei der Google Suche abgreifen.

Wenn du einen Begriff für dein Thema in das Suchfeld bei Google eingibst, zeigt dir Google automatisch weitere Vorschläge an, wie andere User dieses Keyword verwendet haben.

Um noch mehr Variationen für mögliche Keywords zu erhalten, kannst du einen Stern * zwischen zwei Suchbegriffen eingeben. Wenn du zum Beispiel „wie * bergschuhe“ eingibst, siehst du, welche Fragen die User zu diesem Thema bei Google stellen. Wenn du nun einen Artikel über den Kauf von Bergschuhen schreiben möchtest, kannst du diese Fragen als Supporting Keywords und für inhaltliche Ideen nutzen.

Google Suggest: Nutze die Autovervollständigung von Google für Keyword Recherchen
Google Suggest: Nutze die Autovervollständigung von Google für Keyword Recherchen

Kostenlose Keyword-Tools

Keyword-Ideen gesammelt? Dann wird es Zeit, deine potenziellen Keywords mit der Hilfe entsprechender Tools zu analysieren. Neben teuren und sehr umfangreichen SEO-Tools kannst du für die Keyword Recherche durchaus auf Angebote zurückgreifen, die dir auch ohne (grosses) Budget mehr über deine Keywords verraten. Zwei davon stelle ich dir hier vor.

Ubersuggest

Bei Ubersuggest kannst du täglich drei kostenlose Suchanfragen starten und dir Ideen für Keywords holen. Zudem bekommst du bei den Keywordvarianten das Suchvolumen, den Cost-Per-Click (CPC), die Paid-Difficulty und die SEO-Difficulty geliefert. Was diese Kennzahlen genau bedeuten, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Praktische Tool-Tipps bei den einzelnen KPIs helfen dir, diese Begriffe besser zu verstehen und einzuordnen. Vor allem dem Suchvolumen und der SEO-Difficulty solltest du besondere Aufmerksamkeit schenken. Dein Ziel sollten Keywords mit hohem Suchvolumen und geringer SEO-Difficulty sein.

Das SEO-Tool Ubersuggest für die Keyword Recherche
Das SEO-Tool Ubersuggest für die Keyword Recherche

Wenn du dir eine kostenlosen Account erstellst, sind die Ergebnisse noch umfangreicher und für alle, die noch mehr aus ihrer Keyword Recherche herausholen und mehr Funktionen testen möchten, gibt es für CHF 29 / Monat bereits das Individual Abo bei Ubersuggest.

Keyword Surfer (Chrome Extension)

Der Keyword Surfer ist eine kostenlose Extension von SURFER für den Chrome Browser. Wenn du den Keyword Surfer installierst, wird dir im Suchfeld das monatliche Suchvolumen sowie der CPC für dein gewähltes Keyword direkt in der Google Suche angezeigt. Ich kann dir dieses Tool wirklich sehr empfehlen.
 
Neben den Google Suchergebnissen, an der Stelle, an der sonst Anzeigen platziert sind, findest du dann das Keyword Surfer Plugin. Du bekommst Keyword Varianten angezeigt und zu wie viel Prozent die Keyword-Variante mit deinem Keyword übereinstimmt – inklusive dem monatlichen Suchvolumen. Eine tolle Inspirationsquelle für mehr Keywords und Varianten.
 
Mehr Keyword-Tools findest du am Ende des Artikels in der Keyword-Toolbox.

Was dir Keyword-Kennzahlen verraten

Wenn du in den verschiedenen Tools nach Keywords recherchierst, wirst du immer wieder auf die gleichen Kennzahlen stossen. Damit du deine Keywords besser einschätzen kannst, solltest du die folgenden KPIs (Key Performance Indicators) kennen und interpretieren können. Das wird dir bei deiner Keyword-Recherche ungemein helfen.

Suchvolumen

Das Suchvolumen gibt dir an, wie häufig das Keyword innerhalb eines Monats bei Suchmaschinen eingegeben wird. Je nach Begriff kommt es natürlich zu saisonalen Schwankungen, die du berücksichtigen solltest. Long-Tail Keywords haben grundsätzlich ein geringeres Suchvolumen als Short-Tail Keywords, was aber nicht unbedingt schlecht ist.

Kosten pro Klick

SEO ist auf organische Reichweite ausgelegt, dennoch ist der CPC, also der Cost-Per-Click ein wichtiger Anhaltspunkt, um zu interpretieren, wie stark ein Keyword umkämpft ist. Je höher der CPC, desto grösser ist die Konkurrenz – vor allem wenn es sich um Keywords handelt, die auf Conversions, also Verkäufe abzielen.

Keyword-Difficulty

Die Keyword- oder auch SEO-Difficulty beschreibt die Konkurrenz für ein Keyword. Je höher der Wert ist, desto schwieriger ist es, für dieses Keyword zu ranken. Zudem gibt es noch die Paid-Difficulty, die für bezahlte Suchergebnisse, also Anzeigen in Google Ads verwendet wird.

Short- und Long-Tail Keywords

Short-Tail Keywords sind sehr kurze Suchbegriffe von ein oder zwei Wörtern. Häufig sind diese Schlagworte für Suchanfragen hart umkämpft, da sie ein extrem hohes Suchvolumen aufweisen.

Allerdings sind diese Suchergebnisse nicht immer sehr spezifisch und wenn es sich nicht gerade um Brands, Persönlichkeiten oder Orte handelt, kommt man mit einem Short-Tail Keyword nicht unbedingt an sein Ziel. Oder suchst du einfach nach „Rucksack“, wenn du dir einen neuen 35-Liter-Wanderrucksack für eine Bergtour zulegen möchtest? Vermutlich nicht.

Short-Tail vs. Long-Tail Keywords - Wo liegen die Unterschiede?

In den meisten Fällen wirst du für deine Suche ein Long-Tail Keyword verwenden, wie zum Beispiel „wieviel liter rucksack für 3 tage“. Solche Long-Tail Keywords haben oft ein geringeres Suchvolumen, allerdings sind sie sehr spezifisch und du kannst für solche Keywords ganz gezielt das Bedürfnis deiner User ansprechen.

Denke noch mal an dein eigenes Suchverhalten. Was gibst du bei Google ein, wenn du Informationen zu einem bestimmten Gegenstand brauchst oder auf der Suche nach einer Anleitung oder einem Kochrezept bist? Vermutlich gibst du in den meisten Fällen mehr als nur ein Wort ein, stimmt’s?

Wie du deine Keywords festlegst

Main-Keyword

Auf deiner Webseite solltest du für jede einzelne Unterseite ein eigenes und für deine Domain einzigartiges Main-Keyword festlegen. Für dieses Keyword willst du mit dieser Seite bei Google ranken.

Das heisst, dass du für deine Startseite, deine Über-mich Seite, aber auch für jedes einzelne Produkt oder jeden einzelnen Blogartikel genau ein Keyword festlegst, welches den Inhalt dieser Seite am besten beschreibt. So kann der Google Algorithmus leichter beurteilen, ob diese Seite für dieses Keyword tatsächlich relevant ist.

Vor allem bei deinen Main-Keywords ist es wichtig, dass du auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen SEO-Difficulty und Suchvolumen achtest. Wie gross der Keyword-Wettbewerb ist, hängt jedoch stark von deiner Branche, deinem Thema und deiner Konkurrenz ab, gegen die du dich behaupten möchtest.

Jedes Main-Keyword solltest du wirklich nur ein einziges Mal auf deiner gesamte Domain verwenden. Denn wenn du zwei unterschiedliche Seiten hast, die für das gleiche Keyword ranken sollen, kann sich dies negativ auf dein Ranking auswirken. Vermeide also doppelte Keywords – die sogenannte Keyword-Kannibalisierung.

Keyword Recherche: So legst du Keywords fest

Supporting Keywords

Dein Main-Keyword ist der Hauptbegriff für deine Seite. Aber da wir eben alle ein bisschen unterschiedlich ticken, würdest du vermutlich mit ganz anderen Begriffen suchen, als ich es tun würde, obwohl wir das gleiche Ziel haben. Hier kommen die Supporting Keywords ins Spiel. Diese unterstützenden Begriffe sind Varianten, Synonyme oder Long-Tail Keywords deines Main-Keywords.

Supporting Keywords kannst du ganz einfach im Text oder in deinen Zwischenüberschriften einfliessen lassen und hast dadurch den Vorteil, dass deine Seite gleichzeitig für mehrere Keywords ranken kann.

Was ist die Suchintention?

Wenn du deine Keywords recherchiert und festgelegt hast, geht es nun darum herauszufinden, welche Form von Content deine User interessiert und was du in deinem Text abdecken solltest. Ich sage bewusst „solltest“ und nicht „möchtest“, denn das sind zwei unterschiedliche Dinge.

Natürlich sollst du Freude daran haben, einen wertvollen Text für deine Leser zu schreiben. Im Zentrum deines Textes steht jedoch dein User, denn er soll deinen Content konsumieren und davon profitieren. Deshalb ist es wichtig herauszufinden, was dein User eigentlich sucht, wenn er dein Keyword bei Google eingibt.

Bei den Google Suchergebnissen, kurz SERPs (Search Engine Result Pages), gibt es drei verschieden Formen, in die du Ergebnisse unterteilten kannst:
  • informational results
  • transactional results
  • navigational results

Damit du für ein Keyword den richtigen Content erstellst, kannst du die SERPs analysieren und herausfinden, was deine User sehen wollen.

Analysiere also genau, welche Seiten für deine Keywords ranken.

  • Welche Seiten ranken in den Top Ten?
  • Welchen Content bieten diese Top Ten Seiten? Ratgeber, Produktseiten oder Maps?
  • Werden Featured Snippets, wie Videosuche, Bildersuche oder kurze Definitionen beziehungsweise „Nutzer fragen auch“ Abschnitte angezeigt?

Wenn du dir nochmals die SERPs zu „wieviel liter Wanderrucksack für 3 tage“ anschaust, fällt dir vielleicht auf, dass vor allem Ratgeber von Online-Shops oder Herstellern, Artikel von Bergsport-Magazinen und Foren-Beiträge ranken. In unserem Beispiel deckt ein Händler für Outdoor Ausrüstung also mit einem aufklärenden Blogpost zum Rucksackvolumen die Suchintention der User sehr gut ab.

Um mit deinem Ratgeber die wichtigsten Fragen deiner User zu beantworten und um weitere Long-Tail Keywords in deinen Text einfliessen zu lassen, kannst du zum Beispiel die Fragen aus dem „Ähnliche Fragen“ oder „Nutzer fragten auch“-Snippet als Inspirationsquelle verwenden.

Wie du mit Keywords deine Seite strukturierst

Mittlerweile hast du dich für ein Main-Keyword entschieden, weitere Supporting Keywords definiert und die Suchintention deiner User analysiert. Bevor du jetzt loslegst und anfängst, deinen Content zu erstellen, steht noch ein Punkt an, der dir dabei hilft, einen roten Faden durch deinen Inhalt zu ziehen.

Definiere die Hauptüberschrift und weitere Zwischenüberschriften, mit welchen du deinen Content gliederst. Die Hauptüberschrift erhält später im HTML der Website den einzigen H1-Tag auf dieser Seite und die Zwischenüberschriften sind je nach Gliederung H2- bis H6 Tags.

Wenn dein Content klar strukturiert ist, die Zwischenüberschriften Long-Tail Keywords enthalten und als Navigationspunkte dienen, machst du es deinen Usern und auch Google wesentlich einfacher, deinen Text schnell zu erfassen.

Seitenstruktur mit HTML-Tags und Keywords.

Fazit

Ja, du hast Recht, eine Keyword Recherche ist aufwendig. Sie kostet Zeit und damit Geld, sie fordert deinen Einsatz, Motivation und Verständnis für deine User, Tools und Technik.

Das grosse ABER: sie lohnt sich. Denn ohne eine Keyword Recherche erstellst du deinen Content nur auf gut Glück und ohne grosse Aussicht auf Erfolg. Teure Tools können bei einer Keyword Analyse durchaus hilfreich sein. Aber es geht auch ohne grosses Budget, mit zahlreichen kostenlosen Tools und Google als Startpunkt für deine Keyword Recherche.

Helfe deinem Content-Glück also auf die Sprünge und setze nicht darauf, dass du mit deinen Keywords zufällig richtig liegst.

Wenn du Hilfe benötigst, dann unterstütze ich dich als SEO Professional gerne bei deiner Keyword Recherche. Melde dich bei mir für ein unverbindliches Erstgespräch.

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